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Im Wettstreit mit dem Westen

Japans Zeitalter der Ausstellungen 1854-1941, Globalgeschichte 7

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783593394008
Sprache: Deutsch
Umfang: 458 S., 50 Abb. s/w und farbig
Format (T/L/B): 2.6 x 21.1 x 13.8 cm
Auflage: 1. Auflage 2011
Einband: Paperback

Beschreibung

InhaltsangabeInhalt Einleitung. 9 Teil I: Ein chronologischer Einblick, 1854-1914 1. »The Spirit of the Age«: Die Ankunft der Fremden und die Kunde von einer Weltausstellung. 31 2. Das Ende der alten Ordnung: Japan auf dem Weg vom Zuschauer zum Ausstellungsteilnehmer. 42 3. Das erste Jahrzehnt der neuen Ära: Lokaler Ausstellungsboom im Innern, erfolgreiche Partizipationen in Übersee. 65 4. Das Fin de Siècle: Vielfalt und Globalität der japanischen Ausstellungen in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. 98 Teil II: Thematische Perspektiven, 1868-1914 5. Erziehung und Wissen.19 6. Zivilisation und Zukunft. 159 7. Kaiser und Nation. 199 8. Konsum und Vergnügen. 231 Teil III: Synopsis, 1900-1941 9. Kontinuitäten, Wandel, Brüche: Die Ausstellungen der Taisho und der frühen ShowaZeit. 265 10. Imperium und Kolonie. 278 11. Krieg und Frieden. 299 Anmerkungen. 318 Literatur. 362 Dank. 406 Bildkommentare. 408 Bildteil. 427

Autorenportrait

Daniel Hedinger, Dr. phil., ist wiss. Mitarbeiter an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Leseprobe

Einleitung Von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts heißt es, es sei das Zeitalter der Ausstellungen gewesen. Zu dem Schluss gelangten bereits die Zeitgenossen, die diesen Umstand - zumindest im Westen - euphorisch begrüßten und voller Selbstbewusstsein feierten. Gemeint waren und sind damit in der Regel die fünf Jahrzehnte zwischen der ersten Londoner Weltausstellung 1851 und der Pariser Exposition Universelle des Fin de Siècle. Doch ein Zeitalter trägt nie nur einen Namen. Angesichts des Umstands, dass in dieser Zeit Weltausstellungen ausschließlich in der westlichen Welt stattfanden, ist die Bezeichnung ebenso anmaßend wie übertrieben und einseitig. Schon passender scheint es da, vom 'imperialen Zeitalter' zu sprechen. Umso mehr, als sich mit dem Begriff des Imperialismus die beiden herausragenden Phänomene dieser Jahre fassen lassen: koloniale Eroberung und kapitalistische Marktintegration. Kolonialismus und Kapitalismus waren verschränkte Phänomene einer doppelten Expansion des Westens, welche global wirkte und das Zeitalter erst zum imperialen machte. Nun waren es Ausstellungen, an denen diese beiden Grundtendenzen der Epoche ihre mustergültigen Auftritte fanden. Denn kein anderes Medium der Zeit war in der Lage, den territorialen und ökonomischen Expansionswillen des Westens in seiner globalen Anmaßung vollendeter zu repräsentieren. Als prototypisches Medium der Epoche - so und nur so - scheint es nicht verfehlt, vom 'Zeitalter der Ausstellungen' zu sprechen. Doch ist die Geschichte dieses 'Zeitalters der Ausstellungen' bisher praktisch nur aus westlicher Sicht geschrieben worden. Entsprechend wenig wissen wir darüber, wie nicht-westliche Staaten und Akteure mit dem Phänomen Ausstellungen umgingen, wie sie es sahen und nutzten. Dieses Buch versteht sich als ein Beitrag zu einer Historiografie des Mediums aus außereuropäischer Perspektive und damit in einem breiteren Sinne zu einer Globalgeschichte von Vernetzung, Verflechtung und Austausch um 1900. Als Fallbeispiel dient das japanische Kaiserreich, das sich für diese Thematik geradezu aufdrängt: Denn mit über drei Dutzend Beteiligungen zwischen 1870 und 1910 war Japan der regelmäßigste, gewichtigste und erfolgreichste nichtwestliche Teilnehmer an Weltausstellungen in den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg. Der japanische Fall eröffnet insofern ungewohnte Perspektiven, als es dem Land in der Hochphase des Imperialismus gelang, zunächst weitgehend unabhängig zu bleiben und später selbst zur einzigen nichtwestlichen Kolonial und Großmacht aufzusteigen. Dies war der Hintergrund, vor dem Japan in einen andauernden Wettstreit mit dem Westen trat. Ein Wettstreit, der auf ökonomischer, kultureller, gesellschaftlicher und letztendlich militärischer Ebene ausgefochten wurde und für den Japan, wie im Folgenden gezeigt wird, das Medium Ausstellung sowohl auf der internationalen Bühne als auch im Landesinneren in seiner ganzen Vielfalt nutzte. Die erste Leitfrage des Buches lautet somit: Welche neuen Perspektiven eröffnet die Analyse des japanischen Falls in Bezug auf die Geschichte der Ausstellungen? Ist es nun aber angesichts der japanischen Erfolge und der Intensität, mit der man Ausstellungen für eigene Zwecke einsetzte, angebracht, von 'Japans Zeitalter der Ausstellungen' zu sprechen? Zugebenermaßen, im globalen Vergleich erscheint diese Betitlung provokant. Wenn schon die Rede von einem allgemeinen 'Zeitalter der Ausstellungen' diskussionswürdig ist, wirkt ob den Aktivitäten in Paris und London die Zuspitzung auf Japan ebenso vermessen wie übertrieben. Doch veranlasst eine solche Provokation zumindest, die herkömmliche Lesart von (Welt-)Ausstellungen zu überdenken: Denn im Folgenden geht es auch darum, eine konsequent außereuropäische Perspektive auf ein Medium zu entwickeln, das unwiederbringlich in die Geschichte europäischer Weltdominanz um 1900 eingeschrieben scheint. Es ist aber vor allem der Blick ins La

Inhalt

Inhalt Einleitung ... 9 Teil I: Ein chronologischer Einblick, 1854-1914 1. ''The Spirit of the Age'': Die Ankunft der Fremden und die Kunde von einer Weltausstellung ... 31 2. Das Ende der alten Ordnung: Japan auf dem Weg vom Zuschauer zum Ausstellungsteilnehmer ... 42 3. Das erste Jahrzehnt der neuen Ära: Lokaler Ausstellungsboom im Innern, erfolgreiche Partizipationen in Übersee ... 65 4. Das Fin de Siecle: Vielfalt und Globalität der japanischen Ausstellungen in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg ... 98 Teil II: Thematische Perspektiven, 1868-1914 5. Erziehung und Wissen ...19 6. Zivilisation und Zukunft ... 159 7. Kaiser und Nation ... 199 8. Konsum und Vergnügen ... 231 Teil III: Synopsis, 1900-1941 9. Kontinuitäten, Wandel, Brüche: Die Ausstellungen der Taisho- und der frühen Showa-Zeit ... 265 10. Imperium und Kolonie ... 278 11. Krieg und Frieden ... 299 Anmerkungen ... 318 Literatur ... 362 Dank ... 406 Bildkommentare ... 408 Bildteil ... 427

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